Bezauberkraft entfalten-Schulschlussfeier der La Nave zum Thema Mittelalter

von Karin Stenz am 13. Juli 2022
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Viel mehr als ein Fest war die Schulschlussfeier der La Nave dieses Jahr. Die Kinder und Jugendlichen wuchsen bereits im Vorfeld über sich hinaus. Der Mittelaltermarkt und die anschliessende Präsentation als Höhepunkt, zeigten die Schulphilosophie in vielen Facetten. Wir geben unser Bestes, wir sind unterwegs zu werden, wer wir im Grunde unseres Wesens sind, wir unterstützen einander auf unseren Wegen, wir (ver)trauen uns und anderen und wir haben Freude an dem, was wir tun!

Nach einer intensiven Vorbereitungszeit, in der in verschiedenen Ateliers mittelalterliche Handwerke geübt wurden, konnten viele schöne Produkte im Mittelaltermarkt verkauft werden.

Weiter ging es dann mit einer mittelalterlichen „Show“. Die Primarstufe 2, welche oft ihren Lernraum am Donnerstag auf den Reiterhof verlegt, hatte bereits im Vorfeld angefangen zu überlegen, was sie zeigen konnten. Sie wurden beim Auftritt dann aber durch die anderen Gruppen verstärkt und es gab sogar Nummern, an denen die ganze Schule mitwirkte.

Es war sehr berührend, die Prozesse der Kinder zu verfolgen und am Schluss zu sehen, wie sie sich entwickelt hatten. Als ein Kind mit zitternden Händen am Tor auf seinen Auftritt wartete, nochmals einen Händedruck, einen aufmunternden Blick brauchte, das Vertrauen dann aber bei sich selbst fand, wurde mir bewusst, dass es das Kind war, welches durch eine vorhergehende Mobbingkarriere, bevor es zu uns kam, nicht nur das Vertrauen in sich selber, sondern auch in seine Umwelt verloren hatte. Dieses Kind trat auf, vor 200 Zuschauern und Zuschauerinnen und vor den Kollegen und Kolleginnen der Schule. Und es zeigte eine Nummer, die hohes Können, aber auch Vertrauen zum Pferd und Reitlehrerin brauchte. Ein weiteres Kind brauchte fast zwei Jahre, um sich in der Spielgruppe von seiner Mama zu lösen. Als es ernst wurde, sah es so aus, als wolle es nicht mit der Gruppe mit. Eine kurze Verhandlung mit seiner Betreuungsperson, ein Versprechen, jeder Zeit wieder zur Mama zu können und los ging er an der Hand der Betreuerin und machte seinen Auftritt. Dies nur zwei kleine und doch ganz grosse Einzelsituationen, die zeigen, dass es bei solchen Projekten um viel mehr geht als das blosse Abrufen von Leistungen zur rechten Zeit am rechten Ort.

So wuchsen die Kinder meiner Meinung nach nicht nur im Vorfeld, sondern auch am Abend des Festes, über sich hinaus und ich war so stolz auf Kinder, Jugendliche und Team. Was da zusammen gelang, war Lernen fürs Leben und dies auf Augenhöhe.